Bevor ein Skischuh-Glas an der Hütte von Apres Allstars am Mirabellplatz hängt, ist es durch die Hände von Menschen in einer sozialen Werkstatt gegangen. Apres Allstars arbeitet dafür mit zwei Werkstätten zusammen: Die eine liegt in Piding, direkt an der Grenze zu Salzburg, die andere in Rosenheim. Hier erzählen wir, wer die Pidinger Werkstätten und die Caritas Wendelstein Werkstätten sind und woher Glas und Bindung kommen.

Was sind die Pidinger Werkstätten? Die Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe Berchtesgadener Land ist eine anerkannte Werkstätte für Menschen mit Behinderung in Piding im Berchtesgadener Land. Laut eigener Website arbeiten dort 268 Menschen mit Behinderung aus dem ganzen Landkreis (Stand 31. Dezember 2023). Gemeinsam mit den Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim stellen sie die Skischuh-Schnapsgläser von Apres Allstars in Handarbeit her.

Alle Hütten am Mirabellplatz findest du weiter unten.

Wer die Skischuh-Gläser zusammenbaut

Die Sets von Apres Allstars entstehen in zwei Werkstätten für Menschen mit Behinderung. „Unsere Sets werden von den Caritas Wendelstein und den Pidinger Lebenshilfe Werkstätten in liebevoller Handarbeit hergestellt“, schreiben Tobi Deckert und Michi Gasteiger auf ihrer Website. Ein Hinweis in eigener Sache: Tobi Deckert schreibt auch für diesen Blog. Die Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim helfen laut Apres Allstars außerdem bei der Montage und beim Versand.

Am Anfang war das anders: Tobi und Michi haben Gläser und Bindungen zuerst selbst von zuhause aus verpackt und verschickt. Als es mehr wurde, haben sie sich für die Zusammenarbeit mit Werkstätten entschieden. Ihre Begründung auf der Seite „Über uns“: Die Caritas-Werkstätten leisten aus ihrer Sicht großartige Arbeit, und auch mit einem Spaßprodukt lasse sich Soziales unterstützen. Wie es zu dem Glas überhaupt kam, steht in unserem Artikel über das Skischuh-Schnapsglas.

Wie sich die Arbeit zwischen Piding und Rosenheim aufteilt und wie viele Sets wo entstehen, nennt Apres Allstars nicht. Wir schreiben deshalb nur, was die Werkstätten und Apres Allstars selbst veröffentlichen.

Was eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist

Eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung ist ein Betrieb, der Menschen mit Behinderung Arbeit, berufliche Bildung und Begleitung bietet. Im deutschen Sozialgesetzbuch IX heißt sie „Werkstatt für behinderte Menschen“, kurz WfbM.

Die Lebenshilfe Berchtesgadener Land beschreibt diese Werkstätten so: Sie sind Dienstleister der beruflichen Rehabilitation und handeln zugleich unternehmerisch, um Menschen mit Behinderung den Zugang zum Arbeitsleben zu ermöglichen. Konkret heißt das: Die Werkstätten nehmen Aufträge von Firmen an, etwa Montage, Verpackung oder Versand, und die Beschäftigten werden dabei fachlich begleitet. Beide Werkstätten, die für Apres Allstars arbeiten, haben einen zweijährigen Berufsbildungsbereich, in dem neue Beschäftigte Grundlagen des Arbeitslebens lernen und üben.

Die Pidinger Werkstätten der Lebenshilfe Berchtesgadener Land

Die Pidinger Werkstätten liegen in Piding, in der Straße Hirschloh, gleich hinter der Grenze zu Salzburg. Träger ist die Lebenshilfe Berchtesgadener Land, die sich laut eigener Website seit 1970 um Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und ihre Angehörigen kümmert. Was die Pidinger Werkstätten laut ihrer Website ausmacht:

  • Anerkannte Werkstätte: Die Pidinger Werkstätten sind eine anerkannte Werkstätte nach dem Sozialgesetzbuch IX. Sie ermöglichen Menschen mit geistigen, körperlichen und seelischen Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben.
  • Aufnahme: Menschen mit Behinderung werden unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung aufgenommen, wenn sie ein Mindestmaß an verwertbarer Arbeit leisten können. Sie bekommen einen Dauerarbeitsplatz und sind kranken- und rentenversichert.
  • Viele Bereiche: Die Beschäftigten arbeiten in der Schreinerei, in der Metallverarbeitung, in Dienstleistung und Verpackung, in der Wäscherei, in der Küche sowie in einer Schon- und einer Fördergruppe. Einige haben ihren Arbeitsplatz direkt in Betrieben in der Region.
  • Qualität: Die Werkstätten arbeiten mit einem Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001.

Die Werkstätten nennen ihre Beschäftigten mit Behinderung auf ihrer Website schlicht „Mitarbeiter*innen“. Mehr findest du auf der Website der Pidinger Werkstätten und bei der Lebenshilfe Berchtesgadener Land.

Die Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim

Die Wendelstein Werkstätten gehören zum Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Sie geben laut eigener Website Menschen berufliche Perspektiven, deren Teilhabe am Arbeitsleben durch Behinderung, Unfall oder Krankheit erschwert ist. Das steht auf ihrer Website:

  • Größe: Die Werkstätten bieten Berufsbildungs- und Arbeitsplätze für mehr als 550 Menschen in Stadt und Landkreis Rosenheim. Dazu kommen 60 Menschen mit schwerst-mehrfachen Behinderungen in der Förderstätte.
  • Standorte: Neben dem Standort Am Oberfeld in Rosenheim gibt es Standorte in Raubling, in der Hochgernstraße und im Aicherpark.
  • Der Weg in die Werkstatt: Am Anfang steht ein dreimonatiges Eingangsverfahren, dann folgt der zweijährige Berufsbildungsbereich, danach der Arbeitsbereich mit festem Arbeitsplatz. Ziel bleibt laut Caritas die Vermittlung auf den freien Arbeitsmarkt.
  • Montage, Lager und Versand: Zu den Bereichen gehören Montage, Verpacken und Konfektionieren sowie Lager und Versand. Laut Apres Allstars unterstützt die Werkstatt in Rosenheim auch bei Montage und Versand der Skischuh-Gläser.

Die Wendelstein Werkstätten machen auch eigene Produkte, etwa Wohnaccessoires der Marke „side by side“, Feinkost aus der Genusswerkstatt und Spielwaren aus der Schreinerei. Mehr dazu auf der Website der Caritas Wendelstein Werkstätten.

Woher Glas und Bindung kommen

Das Glas kommt aus Österreich, die Bindung aus Deutschland, zusammengesetzt werden sie in den Werkstätten. Laut Apres Allstars sieht der Weg so aus:

  1. Die Glasform: Ein Partner in Österreich fertigt die eigene Glasform von Apres Allstars. Die Gläser sind aus echtem Glas.
  2. Die Bindung: Die Bindungen sind aus bruchelastischem POM, einem robusten technischen Kunststoff, und werden in Deutschland hergestellt.
  3. Die Handarbeit: In den Pidinger Werkstätten und den Caritas Wendelstein Werkstätten entstehen daraus in Handarbeit die fertigen Sets.

Wie Glas und Bindung zusammenspielen und wie es bis zur 17. Version der Bindung kam, erzählen wir im Artikel über das Skischuh-Schnapsglas.

Die fertigen Gläser am Mirabellplatz

Am Stand von Apres Allstars an unserem Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz siehst du die fertigen Sets: das Skischuh-Glas in der Bindung, auf Miniski oder auf dem Shotski. Am Stand kannst du laut Tobi auch einen Probeshot mit dem Shotski machen, mehr dazu, auch zum Jugendschutz, in unserem Artikel über den Shotski.

Handarbeit gibt es bei uns auch an anderen Hütten: Bei La Poterie de Taizé findest du handgemachte Keramik aus der Töpferei der Gemeinschaft von Taizé in Burgund. Wer ein Mitbringsel sucht, findet mehr Ideen in Geschenke vom Weihnachtsmarkt und in Geschenke für Skifahrer.

Unsere Aussteller

Bei Apres Allstars und den anderen Hütten am Mirabellplatz lernst du die Menschen hinter den Dingen kennen. Alle Aussteller findest du in unserer Ausstellerübersicht.

Alle Aussteller ansehen →

Mehr über die Hütte steht auf der Seite von Apres Allstars in unserer Ausstellerübersicht. Was Tobi und Michi selbst über ihre Partner schreiben, liest du auf ihrer Seite Über uns.

Häufige Fragen

Wer stellt die Skischuh-Gläser von Apres Allstars her?

Die Sets werden laut Apres Allstars in Handarbeit in den Pidinger Werkstätten der Lebenshilfe Berchtesgadener Land und in den Caritas Wendelstein Werkstätten in Rosenheim hergestellt. Die Werkstatt in Rosenheim hilft außerdem bei Montage und Versand.

Was sind die Pidinger Werkstätten?

Eine anerkannte Werkstätte für Menschen mit Behinderung in Piding im Berchtesgadener Land, getragen von der Lebenshilfe Berchtesgadener Land. Laut eigener Website arbeiten dort 268 Menschen mit Behinderung (Stand 31. Dezember 2023), unter anderem in Schreinerei, Metallverarbeitung, Dienstleistung und Verpackung.

Wo liegen die Pidinger Werkstätten?

In Piding im Landkreis Berchtesgadener Land, in der Straße Hirschloh. Piding liegt direkt an der Grenze zu Salzburg.

Wer betreibt die Wendelstein Werkstätten?

Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising. Die Werkstätten bieten Plätze für mehr als 550 Menschen in Stadt und Landkreis Rosenheim, dazu kommt eine Förderstätte für 60 Menschen.

Woher kommen Glas und Bindung der Skischuh-Gläser?

Die Glasform fertigt ein Partner in Österreich, die Gläser sind aus echtem Glas. Die Bindungen sind aus bruchelastischem POM-Kunststoff und werden in Deutschland hergestellt.

Wo kann ich die Skischuh-Gläser in Salzburg sehen?

Am Stand von Apres Allstars an unserem Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz, geöffnet von 19. November bis 31. Dezember 2026. Dort kannst du auch einen Probeshot mit dem Shotski machen.

Quellen

Abgerufen am 30. Oktober 2026: Apres Allstars, Über uns (Werkstätten, Glasform, Bindung) · Pidinger Werkstätten GmbH der Lebenshilfe BGL (Startseite, „Wer wir sind“: Kurzportrait, Leitbild, Bildungs- und Arbeitsangebot) · Lebenshilfe Berchtesgadener Land (Startseite, Seite Pidinger Werkstätte) · Caritas Wendelstein Werkstätten (Die Einrichtung, Standorte, Arbeit, Bildung & Förderung, Montagetätigkeiten, Lager und Versand, Impressum) · unsere Aussteller-Seite von Apres Allstars · Auskunft Tobi Deckert (Apres Allstars), 30. Oktober 2026