Zirbenholz, Bockhörner, ein Bart aus Ziegenhaar: Eine echte Krampusmaske ist Handarbeit, an der ein Schnitzer viele Stunden sitzt. Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, laufen die Alt Gnigler ab 18 Uhr bei uns am Salzburger Weihnachtsmarkt am Mirabellplatz, und dann siehst du solche Larven aus der Nähe. Hier steht, woraus eine Krampusmaske besteht, wie sie entsteht und wie du sie dir mit Respekt anschaust.
Was ist eine Krampusmaske? Eine Krampusmaske, in Salzburg oft „Larve“ genannt, ist eine handgeschnitzte Holzmaske mit Tierhörnern, eingesetzten Augen und Fell oder Haar. Krampusse tragen sie im Advent, Schiachperchten in den Rauhnächten.
Wann die Alt Gnigler bei uns laufen, steht weiter unten.
Woraus besteht eine Krampusmaske?
Eine traditionelle Krampusmaske besteht aus Holz, Hörnern, Fell und Farbe. Das Holz ist vor allem Zirbe, daneben verwenden Salzburger Schnitzer Weymouthskiefer und Linde. Beide Kiefernarten sind weich, das Schnitzen braucht trotzdem Kraft und Vorsicht, damit das Holz nicht reißt.
- Holz: Zirbe, Weymouthskiefer oder Linde. Der Schnitzer Rupert Kreuzer aus Großarl arbeitet laut SalzburgerLand Magazin hauptsächlich mit Zirbe.
- Hörner: meist vom Ziegenbock, Widder, Steinbock oder von der Gämse. Daneben gibt es Hörner aus Kunststoff.
- Fell und Haar: für Bart, Mähne und Anzug, meist von Ziegen und Schafen. Die Alt Gnigler beschreiben ihre ersten Masken von 1966 als verziert mit Ross-, Ziegen- und Schafhaar.
- Augen und Farbe: Die Augen werden eingesetzt, danach wird die Maske bemalt.
Der „Krampus-Knigge“ der Anifer Krampusse nennt laut Salzburg24 als Merkmal guter Krampusse eine handgeschnitzte Holzmaske und Felle von Ziegen oder Schafen. Masken aus Gummi oder Plastik passen nach diesem Rat nicht dazu.
Wie eine Larve entsteht: vom Zirbenblock zur Maske
Eine geschnitzte Krampusmaske entsteht in mehreren Schritten und braucht viele Stunden. Ein Salzburger Maskenschnitzer nannte Salzburg24 im Jahr 2013 rund 30 Stunden für eine Larve. Aus einem 40 Zentimeter langen Stammstück schnitzte er vier Masken.
Wie die Arbeit abläuft, beschreibt der Faistenauer Schnitzer Bernhard Reiter im SalzburgerLand Magazin:
- Mit der Kettensäge schneidet er das grobe Profil aus dem Holzblock.
- Mit dem Bleistift zeichnet er die Gesichtszüge vor.
- Mit Messer und Klüpfel schnitzt er die Form heraus.
- Danach kommen die feinen Details: Falten, Ausdruck, Bart.
- Zum Schluss setzt er die Augen ein, montiert die Hörner und bemalt die Maske.
Zu viel Blut lässt Reiter weg. Der Zombie-Look habe mit Tradition wenig zu tun. Laut Salzburg24 ist der klassische „Postkartenkrampus“ mit Zunge, langen Ohren und größerer Nase in Salzburg wieder gefragt, dazu schwerere Felle und größere Hörner. Als besonders traditionell gelten die Gasteiner Masken mit dunklen Farben und mehreren Hörnern.
Wie schwer ist eine Krampusmaske?
Mit echten Tierhörnern kann eine Krampusmaske laut Salzburg24 bis zu 13 Kilo wiegen. Die Hörner haben laut dem Schnitzer starken Einfluss auf das Gewicht. Dazu kommen beim Lauf der Fellanzug und die Glocken oder Schellen.
Das ganze Gewicht trägt der Läufer auf Kopf und Nacken. Deshalb packst du einen Krampus nie an den Hörnern: Laut „Krampus-Knigge“ droht dabei eine große Verletzungsgefahr im Nacken. Was du beim Zuschauen sonst noch beachten solltest, steht in unseren Tipps für den Krampuslauf.
Schiachperchten-Larve und Schönperchten-Kappe
Perchtenmasken sehen nicht alle gleich aus, denn es gibt zwei ganz verschiedene Gruppen. Die Schiachperchten, also die „hässlichen“ Perchten, tragen Holzlarven mit Hörnern und dunkles Fell, ähnlich wie ein Krampus. Die Schönperchten tragen statt einer Larve eine Kappe, einen hohen, geschmückten Kopfaufsatz.
| Schiachperchten-Larve | Schönperchten-Kappe | |
|---|---|---|
| Form | geschnitzte Holzmaske vor dem Gesicht | hoher Kopfaufsatz über dem Kopf |
| Material | Holz, Hörner, Fell und Haar | Aufbau mit Schmuck, Tafeln, Federn oder Bändern |
| Wirkung | wild, dunkel, laut | festlich, bunt |
| Beispiel in Salzburg | Schiachperchten der Alt Gnigler mit sechs Hörnern | Kappen der Gasteiner Perchten, bis zu 50 Kilo |
Die Schiachperchten der Alt Gnigler tragen laut ihrer Website sechs Hörner: zwei Paar vom Ziegenbock und ein Paar vom Widder. Bei den Schönperchten ist jede Region anders. Die Pongauer Tafelperchten tragen hohe Kappen mit geschmückten, oft bunten Aufsatztafeln, die Tresterer in Zell am See eine Krone aus weißen Hahnenfedern. Eine Kappe der Gasteiner Perchten wiegt laut Gasteinertal Tourismus bis zu 50 Kilo, rund 30 Kappenträger laufen dort mit. Der Gasteiner Perchtenlauf findet alle vier Jahre statt und steht seit 2011 im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Holzmasken sind übrigens jünger, als viele glauben. Laut Michael Greger vom Salzburger Landesinstitut für Volkskunde waren Verkleidungen im 17. und 18. Jahrhundert oft einfach, manchmal nur Stofffetzen mit Augenlöchern. Holzmasken kamen erst im späteren 18. Jahrhundert auf. Wie Krampus und Percht zusammenhängen, erklärt unser Artikel Krampus oder Percht?.
Glocken, Schellen und Ketten
Zu einer Larve gehört der Klang. Glocken, Schellen und Ketten machen den Lärm, an dem du einen Krampuslauf schon hörst, bevor du ihn siehst. Die ersten Alt Gnigler liefen 1966 mit Kuhglocken, rasselnden Ketten und Ruten aus Birke und Weide durch Gnigl. Heute stellt ein Schmied aus dem Verein die Schellen der Gruppe zum Teil selbst her.
Maskenschnitzer in Salzburg und die Masken der Alt Gnigler
Hinter jeder Larve steht ein Schnitzer mit eigener Handschrift. Rupert Kreuzer schnitzt in Großarl im Pongau, Bernhard Reiter in Faistenau im Flachgau. Reiter ist laut SalzburgerLand Magazin früher selbst als Krampus gelaufen und schnitzt heute für Passen aus der Region.
Bei der Alt Gnigler Krampus Perchten Pass aus dem Salzburger Stadtteil Gnigl lässt sich das gut verfolgen. Die Gründer bastelten ihre ersten Masken 1966 laut Vereinsgeschichte selbst, aus Fell und Pappmaché, die Kuhhörner bekamen sie vom Metzger. 1972, zum ersten Gnigler Krampuslauf, entstanden die ersten geschnitzten Holzmasken. Ein Großteil der Masken stammt seit gut dreißig Jahren vom Pongauer Maskenschnitzer Wolfgang Gangl. Jede Maske ist ein Unikat, zusammen besitzen die Mitglieder über 140 Masken, darunter alte Gasteiner Larven. Die Fellanzüge aus Ziegen- und Schaffell kommen aus einer Gerberei in St. Johann im Pongau.
2016, zum 50-Jahr-Jubiläum, zeigten die Alt Gnigler über 140 Masken in einer Ausstellung im Salzburger Zwergerlgarten.
Eine Krampusmaske respektvoll anschauen und fotografieren
Unter jeder Maske steckt ein Mensch, und die Maske selbst ist oft viele Stunden Handarbeit. Wenn du eine Larve aus der Nähe sehen willst, helfen dir unsere Tipps:
- Erst fragen, dann schauen. Sprich den Läufer an, am besten am Rand oder wenn die Gruppe gerade stehen bleibt.
- Nicht anfassen ohne Erlaubnis. Vor allem nicht an Hörnern, Bart oder Fell ziehen.
- Ohne Blitz fotografieren. Durch die Augenlöcher sieht der Läufer ohnehin wenig, ein Blitz aus der Nähe blendet ihn.
- Abstand lassen. Geh nicht in die Laufbahn der Gruppe, nur weil du ein besseres Foto willst.
Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, laufen die Alt Gnigler ab 18 Uhr bei uns am Mirabellplatz. Es ist ein Krampuslauf mit Nikolaus: Es laufen nur Krampusse, Perchten zeigt die Gruppe erst in den Rauhnächten, und der Nikolaus verteilt Süßigkeiten an die Kinder. Was dich an dem Abend erwartet, steht in unserem Artikel über den Krampuslauf am Mirabellplatz.

Programm
Am Donnerstag, 3. Dezember 2026, ab 18 Uhr laufen die Alt Gnigler mit Masken, Fell und Glocken bei uns am Mirabellplatz, der Nikolaus ist dabei. Alle Termine stehen im Programm.
Häufige Fragen
Vor allem aus Zirbe. Salzburger Schnitzer verwenden außerdem Weymouthskiefer und Linde. Die Hölzer sind weich, beim Schnitzen muss man trotzdem aufpassen, dass sie nicht reißen.
Mit echten Tierhörnern kann eine Krampusmaske laut Salzburg24 bis zu 13 Kilo wiegen. Wie schwer genau, hängt vor allem von den Hörnern ab. Die Kappe einer Gasteiner Schönpercht wiegt laut Gasteinertal Tourismus sogar bis zu 50 Kilo.
Rund 30 Stunden für eine Larve, sagte ein Salzburger Maskenschnitzer zu Salzburg24. Die genaue Zahl ist laut SalzburgerLand Magazin schwer zu bestimmen, weil jede Maske ein Unikat ist.
Eine Schiachperchten-Larve sieht einer Krampusmaske oft ähnlich: Holz, Hörner, Fell. Der Unterschied liegt vor allem im Brauch und in der Zeit, denn der Krampus kommt im Advent und Perchten in den Rauhnächten. Schönperchten tragen statt einer Larve eine hohe, geschmückte Kappe.
Nur, wenn der Läufer es erlaubt. Frag ihn am besten am Rand oder nach dem Lauf. An den Hörnern solltest du nie ziehen, das kann den Nacken des Läufers verletzen.
Bei den Krampusläufen im Advent, zum Beispiel am Donnerstag, 3. Dezember 2026, ab 18 Uhr bei uns am Mirabellplatz mit den Alt Gniglern. Weitere Läufe und Termine in der Stadt stehen in unserem Artikel über den Krampus in Salzburg.
Quellen
Abgerufen am 2. November 2026: Alt Gnigler Krampus Perchten Pass, Website: Startseite, Geschichte, Verein, 50 Jahre · SalzburgerLand Magazin: Krampusmasken schnitzen · SalzburgerLand Magazin: Zottig-dunkle Gestalten mit Bockhörnern · Salzburg24: Ein Krampusmaskenschnitzer gibt Einblick (29.10.2013) · Salzburg24: Traditionelle Krampusmasken wieder gefragter (31.10.2024) · Salzburg24: Krampus-Knigge (5.11.2024) · Salzburg24: Perchten in Salzburg (12.12.2024) · Gasteinertal Tourismus: Presseinformation Gasteiner Perchtenlauf · Österreichische UNESCO-Kommission: „Perchten“ in Gastein
